Immunthrombozytopenie – Was ist das?
Die Immunthrombozytopenie (ITP) wird auch Morbus-Werlhof genannt, nach dem Arzt Paul Gottlieb Werlhof (1699-1767), der die Immunthrombozytopenie als Erster beschrieben hat. Nach wie vor ist auch noch der Begriff idiopathische thrombozytopenische Purpura in Gebrauch:
| idiopathisch | griechisch für eigen, selbstständig (weil die Ursache der Erkrankung nicht bekannt ist) |
| pathos | griechisch für Leiden, Krankheit |
| Purpura | lateinisch für den Farbstoff aus dem roten/violetten Saft der Purpurschnecken (wegen der typischen Hauteinblutungen) |
Charakterisiert ist die Immunthrombozytopenie durch einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten). Die Thrombozyten sind die kleinsten Blutzellen und erfüllen eine wichtige Aufgabe bei der Blutgerinnung. Treten Verletzungen der Blutgefäße auf, vernetzen sich die Blutplättchen, bilden Pfropfen - äußerlich als Schorf zu erkennen -, und dichten das Blutgefäß ab.
Menschen, die an einer Thrombozytopenie – also einem Mangel an Thrombozyten – leiden, neigen vermehrt zu Blutungen, weil bei ihnen das Blut nicht richtig gerinnen kann. Bei der Immunthrombozytopenie treten bei milderen Formen Blutergüsse und kleine Einblutungen in der Haut (so genannte Petechien), Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder verlängerte Regelblutungen auf. In schwereren Fällen kann es jedoch auch zu lebensgefährlichen inneren Blutungen wie z.B. Gehirnblutungen kommen. In besonderen Situationen wie einem Unfall oder einer Operation können ebenfalls schwere Blutungen auftreten.
Die Immunthrombozytopenie ist eine Autoimmunerkrankung: Der Mangel an Thrombozyten entsteht, weil das Immunsystem die körpereigenen Thrombozyten irrtümlich als körperfremd erkennt und Abwehrstoffe (Antikörper) gegen diese Blutzellen bildet. Diese sogenannten antithrombozytären Antikörper heften sich an die Thrombozyten und beschleunigen deren Abbau.
Warum sich das Immunsystem gegen die körpereigenen Blutplättchen wendet, ist bisher noch unklar. Zudem ist bei Patienten mit ITP im Vergleich zu gesunden Menschen auch die Thrombozytenbildung im Knochenmark beeinträchtigt.
