Muss eine Immunthrombozytopenie immer behandelt werden?

Das Risiko für Blutungen ist bei jedem Betroffenen anders und muss für jeden Patienten individuell bestimmt werden. So hängt die Blutungsneigung nicht nur von der individuellen Thrombozytenzahl ab, bei der ein Patient vermehrt zu Blutungen neigt, sondern auch von dessen Lebensumständen und Begleiterkrankungen. Dazu gehört unter anderem ob und welchen Sport der Betroffene treibt und welchen Beruf er ausübt. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, ob der Patient zusätzlich Bluthochdruck hat und welche Medikamente eingenommen werden.

Eine Therapie ist notwendig, wenn eine Blutungsgefahr besteht. Als ungefähre Orientierung für einen Therapiebeginn kann ein Thrombozytenwert von weniger als 20.000/μl dienen. In den meisten Fällen steigt bei einem solch niedrigen Wert das Blutungsrisiko stark an. Da es jedoch auch Patienten gibt, bei denen die Blutungsneigung schon bei höheren Werten steigt, muss jeweils die individuelle Throbozytenzahl berücksichtigt werden.

Menschen mit ITP sollten möglichst Verletzungen vermeiden, dazu gehören auch Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr. Auch die berufliche Tätigkeit spielt eine große Rolle. Ein Zimmermann ist freilich häufiger Gefahren ausgesetzt als jemand mit Bürotätigkeit. Medikamente, die die Blutgerinnung beeinträchtigen (z.B. Acetylsalicylsäure) sollten ebenfalls vermieden werden.