Was kann ich als Patient selbst tun? An was sollte ich als Patient denken?

Allgemeine Informationen

Grundsätzlich gilt, dass Patienten mit Immunthrombozytopenie ein weitgehend normales Leben führen können, vor allem wenn der individuelle Thrombozytenwert, bei dem es keine Blutungsneigung gibt, stabil ist. Patienten mit ITP sollten alle sie behandelnden medizinischen Fachkräfte und Ärzte, Zahnarzt, Pflegepersonal und Rettungspersonal informieren, dass sie ITP haben. Idealerweise sollte ein ITP-Patientenpass mit relevanten Informationen wie zum Beispiel derzeitige Therapie, Dokumentation der Thrombozytenwerte oder auch eine Telefonnummer für Notfälle mitgeführt werden.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Wie häufig der Thrombozytenwert kontrolliert werden muss, hängt vom Einzelfall ab. Nach der Diagnose und während oder nach einer Phase mit vermehrter Blutungsneigung kann der Abstand zwischen den einzelnen Kontrolluntersuchungen nur wenige Tage bis einige Wochen betragen. Hat sich die Thrombozytenzahl auf einen individuellen Wert stabilisiert, bei dem es nicht mehr zu Blutungen kommt, kann auch ein längerer Abstand genügen.

Zahnarzt

Größere zahnärztliche Eingriffe wie Ziehen eines Zahnes oder Wurzelbehandlung, werden in der Regel erst ab einer Thrombozytenzahl von 100.000/μl durchgeführt. Eventuell muss eine solche Behandlung verschoben werden bis dieser Wert erreicht ist. Einfache Zahnbehandlungen sind dagegen weniger kritisch. Vor Beginn einer Zahnbehandlung muss der Zahnarzt auf jeden Fall über die bestehende ITP informiert werden.

Schmerzmittel

Einige Schmerzmittel, die es ohne Rezept in der Apotheke gibt, verlangsamen die Blutgerinnung, so beispielsweise Acetylsalicylsäure (ist auch in vielen Kombinationspräparaten enthalten) und nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR) nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Sportliche Aktivitäten

Sportarten wie Kampfsport, Fußball, Handball oder Mountainbiking können eher zu potentiell gefährlichen Verletzungen führen. Dagegen sind Sportarten mit einem geringen Verletzungsrisiko wie Joggen, Tennis, Schwimmen und Fahrrad fahren auch für Patienten mit ITP geeignet, vorausgesetzt der Thrombozytenwert ist ausreichend hoch und es besteht keine Blutungsneigung.

Patienten-Pass oder Notfallausweis

Patienten mit Immunthrombozytopenie sollten immer einen entsprechenden Patientenpass oder einen Notfallausweis mit sich führen, in dem die Erkrankung, Risiken, Medikamente und gegebenenfalls die Entfernung der Milz dokumentiert ist. Auch sollte eine entsprechende Kontaktadresse für Notfälle sowie die Telefonnummer des behandelnden Arztes enthalten sein.