Gibt es neue Behandlungsansätze?
Hemmung der Antikörper-bildenden Immunzellen
Zur Behandlung von Lymphknotenkrebs und auch der rheumatoiden Arthritis wurde ein Medikament entwickelt und zugelassen, das sich gegen die Antikörper-bildenden Immunzellen richtet, die so genannten B-Zellen. Der künstlich hergestellte Antikörper hemmt die Bildung von B-Zellen, die auch die ITP-spezifischen Antikörper produzieren. Die Folge: Da weniger Thrombozyten-Antikörper gebildet werden, ist der Abbau der Thrombozyten verlangsamt und die Zahl der Thrombozyten im Blut steigt. Gleichzeitig ist der Körper jedoch für Infektionen anfälliger. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Fieber, Schüttelfrost und allergische Reaktionen.
Thrombozyten-Wachstumsfaktoren
Bei Patienten mit Immunthrombozytopenie ist nicht nur der Abbau der Thrombozyten beschleunigt. Auch die Produktion der Thrombozyten im Knochenmark scheint verringert zu sein. Deshalb zielt ein weiterer neuer medikamentöser Wirkansatz darauf ab, die Produktion der Thrombozyten zu stimulieren. Die Blutplättchen entstehen im Knochenmark aus Vorläuferzellen der Thrombozyten, den Megakaryozyten. Gesteuert wird die Blutplättchenbildung über den körpereigenen Wachstumsfaktor Thrombopoetin. Bei Patienten mit ITP scheint die körpereigene Produktion des Wachstumsfaktors Thrombopoetin nicht auszureichen, um genügend Thrombozyten im Knochenmark zu bilden. Die Idee: Ein künstlich hergestellter Wachstumsfaktor könnte diesen Mangel ausgleichen und die Produktion der Thrombozyten anregen. Zur Zeit befinden sich zwei solcher Substanzen in der Entwicklung.
Abbildung: Systematischer Ablauf der Thrombozytenbildung und des Abbaus
